Ein Jahr mit Schlauchmagen –
mein persönlicher Rückblick
Zwölf Monate nach meiner Operation: Zahlen, Veränderungen, Herausforderungen und meine persönliche Bilanz.
Die wichtigsten Zahlen nach zwölf Monaten.
Vom bisherigen Höchstgewicht im April 2025 bis zum ersten Jahrestag der Operation.
56,1 Kilogramm weniger als beim Höchstgewicht.
Ein Jahr Veränderung aus drei Perspektiven.
Die direkten Vergleiche zeigen die Veränderung deutlicher, als ich sie selbst im Spiegel häufig wahrnehme.



Ein Jahr mit Schlauchmagen –mein persönlicher Rückblick
04. November 2026
Heute ist es genau ein Jahr her, dass ich mich einer Schlauchmagen-Operation unterzogen habe. Ein Jahr, in dem sich vieles verändert hat – mein Gewicht, meine Ernährungsgewohnheiten und teilweise auch mein Blick auf mich selbst.
Mit diesem Rückblick möchte ich meine Erfahrungen aus den vergangenen zwölf Monaten festhalten. Nicht nur die positiven Entwicklungen, sondern auch die Herausforderungen, Unsicherheiten und Momente, in denen ich mir mehr Fortschritte erhofft hatte.
Mein Weg begann schon vor der Operation
Im April 2025 erreichte ich mit 174,6 Kilogramm mein bisheriges Höchstgewicht.
Bereits vor meiner Operation begann ich damit, mein Gewicht zu reduzieren. Als ich am 4. November 2025 schließlich meinen Schlauchmagen erhielt, wog ich noch 157,8 Kilogramm. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich also bereits 16,8 Kilogramm abgenommen.
Ein Jahr später, am 4. November 2026, zeigt meine Waage 118,5 Kilogramm.
Das bedeutet eine Abnahme von 39,3 Kilogramm seit der Operation und insgesamt 56,1 Kilogramm seit meinem Höchstgewicht.
Das sind Zahlen, die für sich genommen schon eine deutliche Veränderung zeigen.
Wenn die eigene Wahrnehmung nicht mit der Waage Schritt hält
Eine meiner interessantesten Erfahrungen im vergangenen Jahr betrifft meine eigene Körperwahrnehmung.
Natürlich sehe ich, dass mein Gewicht deutlich gesunken ist. Auch an meiner Kleidung merke ich die Veränderungen. Viele Kleidungsstücke sind inzwischen erheblich zu groß geworden.
Trotzdem fällt es mir bis heute schwer, diese Veränderung selbst im Spiegel zu erkennen.
Wenn ich mich anschaue, nehme ich mich häufig noch so wahr wie vor meiner Operation. Andere Menschen sehen den Unterschied offenbar wesentlich deutlicher und sprechen mich auch darauf an.
Vielleicht liegt das daran, dass ich mich jeden Tag sehe und die Veränderungen über viele Monate hinweg ganz allmählich stattgefunden haben.
Für mich ist diese Erfahrung jedenfalls genauso bemerkenswert wie die eigentliche Gewichtsabnahme.
Essen ohne Hungergefühl
Seit meiner Schlauchmagen-Operation verspüre ich praktisch keinen Hunger mehr.
Was zunächst wie eine Erleichterung klingt, bringt im Alltag durchaus Herausforderungen mit sich.
Ich muss bewusst darauf achten, regelmäßig etwas zu essen, da mein Körper mich nicht mehr auf die gewohnte Weise daran erinnert.
Bei längeren Essenspausen kommt es gelegentlich zu Kreislaufbeschwerden, die sich nach dem Essen meist innerhalb weniger Minuten bessern.
Auch meine Portionsgrößen haben sich grundlegend verändert. Ich esse heute wesentlich kleinere Mengen und achte verstärkt auf eine eiweißreiche Ernährung.
Bewegung gehört weiterhin zu meinem Alltag
Bewegung spielt für mich eine wichtige Rolle. Besonders das Tanzen ist ein fester Bestandteil meines Lebens.
Discofox, Standard und Latein gehören zu meinen regelmäßigen Freizeitaktivitäten. Hinzu kommen das Fitnessstudio und die Bewegung während meines Arbeitsalltags.
Dabei ist mir wichtig, dass Bewegung nicht ausschließlich der Gewichtsabnahme dient, sondern vor allem etwas ist, das mir Freude macht.
Nicht jeder Monat brachte neue Erfolge auf der Waage
Die Gewichtsabnahme verlief nicht gleichmäßig.
Besonders in den ersten Monaten nach der Operation ging mein Gewicht deutlich zurück. Mit zunehmender Zeit wurden die Veränderungen langsamer.
Inzwischen gibt es längere Phasen, in denen sich mein Gewicht kaum bewegt. Seit Ende September liegt es beispielsweise weitgehend zwischen 118 und 119 Kilogramm.
Ich gebe zu, dass ich in solchen Momenten gelegentlich ungeduldig werde und mir schnellere Fortschritte wünsche.
Dabei verliere ich manchmal aus dem Blick, wie viel sich seit April 2025 bereits verändert hat.
Mein Fazit nach zwölf Monaten
Rückblickend war die Schlauchmagen-Operation für mich eine wichtige Entscheidung.
Sie hat meinen Alltag verändert und mich vor neue Herausforderungen gestellt. Vor allem musste ich lernen, mein Essverhalten bewusster zu gestalten und stärker auf die Bedürfnisse meines Körpers zu achten.
Mein Weg ist noch nicht abgeschlossen. Mein persönliches langfristiges Gewichtsziel liegt weiterhin bei ungefähr 105 Kilogramm. Ob ich dieses Ziel tatsächlich erreiche, wird sich zeigen.
Unabhängig davon möchte ich die bisherigen Veränderungen nicht allein an dieser Zahl messen.
Denn eines ist mir im vergangenen Jahr deutlich geworden:
Eine bariatische Operation verändert nicht nur das Gewicht. Sie kann auch verändern, wie man den eigenen Körper erlebt, wie man isst und wie man seinen Alltag gestaltet.
Und auch wenn ich meine körperliche Veränderung selbst nicht immer so deutlich wahrnehme wie mein Umfeld, bereue ich die Entscheidung für die Operation nicht.
Mein erstes Jahr mit Schlauchmagen ist damit abgeschlossen – meine persönliche Geschichte geht weiter.
Diese Seite beschreibt ausschließlich meine eigenen Erfahrungen und Entscheidungen. Sie ersetzt keine ärztliche Beratung.
